NonHazCity

Seit vielen Jahren wird versucht, die Emission gefährlicher Stoffe in die Ostsee zu verringern – mit einigem Erfolg: besonders Industriebetriebe müssen heute strengere Auflagen bei der Einleitung von Abwasser erfüllen als noch vor 10 oder 20 Jahren. Europäische Richtlinien wie die WRRL, EU-Verordnungen (REACH) und internationale Zusammenarbeit (HELCOM) zeigen hier ihre Wirkung. Einige von der EU geförderte Projekte im Ostseeraum zeigen, dass mittlerweile ein beträchtlicher Teil gefährlicher Stoffe aus Privathaushalten und von kleinen und mittleren Unternehmen stammt. Diese Vielzahl an Emittenten können nur mit sehr viel Aufwand überprüft, reguliert oder sanktioniert werden. Die jeweils geringen Einleitungen ins öffentliche Abwassernetz summieren sich durch ihre große Zahl in den Kläranlagen der Abwasserentsorger zu relevanten Mengen, die teilweise gar nicht, teilweise nur mit immer größerem technischen Aufwand aus dem Abwasser entfernt werden können. Im Projekt NonHazCity haben sich 18 Partner zusammengeschlossen, um an Hand von Pilotaktivitäten in 10 Kommunen der INTERREG Baltic Sea Region zu zeigen, dass eine Reduktion der Einleitung gefährlicher Stoffe aus oben genannten Quellen durch die Ansprache von und der Zusammenarbeit mit Privathaushalten und KMU erreicht werden kann. Zusammen wollen wir erreichen, dass Produkte, Artikel und Materialen, die bedenkliche Stoffe enthalten, vermieden, effizienter konsumiert oder ersetzt werden.

Partneraktivitäten

Wir werden in den Partnerkommunen Abwasserproben testen und die Emissionswege gefährlicher Substanzen nachverfolgen. Darauf aufbauend werden Emittenten ermittelt und kontaktiert, bei denen sich ein großes Potential zur Verringerung ihrer Einleitungen bietet. Zusammen mit diesen Akteuren werden wir Vorschläge erarbeiten, wie eine Emissionsreduktion in die Tat umgesetzt werden kann: Die Kommunen selbst werden ihre eigenen Aktivitäten auf Reduktionspotentiale hin durchleuchten. Wo werden Produkte oder Materialien, die gefährliche Stoffe beinhalten, verwendet? Auf welche Partner kann die Kommune darüber hinaus Einfluss nehmen? Im Mittelpunkt steht hier eine Veränderung der öffentlichen Beschaffung. Ausgewählte KMU werden eine fachliche Beratung unserer Chemikalienexperten erhalten, die die Unternehmen bei der Inventarisierung und der Suche nach alternativen Produkten unterstützen. Bei der Ansprache der Privathaushalte steht Aufklärungsarbeit im Mittelpunkt: Welche gefährliche Stoffe befinden sich in meinem Haushalt und wie kann ich sie vermeiden? Ziel ist es hier, privaten Haushalten Konsumentscheidungen zu ermöglichen, die auf profundem Wissen über die Inhaltsstoffe von Produkten wie Reinigungsmitteln, Kosmetika, Farben und Lacken oder Baumaterialien zu ermöglichen.


Umwelt und Gesundheit

Kontakt 

Heidrun Fammler
Stellv. Projektleiterin
Tel.: 040/5330 7075

Projektpartner

17 Partner rund um die Ostsee: Kommunen, Umweltvereine, Forschungseinrichtungen

Unterstützung 

Dieses Projekt wird durch Mittel aus dem INTERREG Baltic Sea Region Programm unterstützt. NonHazCity ist als Flagship-Projekt des Progamms ausgezeichnet.